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Mit der Stiftung der „Ostpreußenhilfe“ übernahmen nach dem 1. Weltkrieg Regionen im westlichen Gebiet Deutschlands Patenschaften für die einzelnen Kreise Ostpreußens. Aus Spenden wurde Aufbauhilfe geleistet für die stark zerstörten Städte und Dörfer im Osten.

 

Diese Idee wurde nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgegriffen. Der Landkreis Stade übernahm im Jahre 1952 die Patenschaft für den Landkreis Goldap / Ostpreußen.

 

Im Rahmen dieser Patenschaft wurde zunächst im Kreishaus des Landkreises Stade eine Goldaper Traditionsecke geschaffen. In den folgenden Jahren richtete man in einem landkreiseigenen Gebäude einen Raum ein, in dem erste Erinnerungsstücke zusammengetragen wurden, die das Publikum bei den alljährlich in Stade stattfindenden Heimattreffen der Vertriebenen besichtigen konnte.


1970 übergab der Landkreis Stade aus Anlass der 400-Jahrfeier der Gründung der Stadt Goldap die in dem historischen Gebäude „Am Wasser West“ neu eingerichtete „Goldaper Heimatstube“ an die ehemaligen Bewohner des Landkreises Goldap und die Bürger Stades. Hier nun konnte die umfangreiche Sammlung erstmals in ständiger Ausstellung besichtigt werden.

 

Nach einer gründlichen Sanierung Mitte der 80er Jahre wurde das Haus „Am Wasser West“ Heimat für eine Sammlung Worpsweder Maler. Der hieraus resultierende Umzug der „Goldaper Heimatstube“ in ein anderes Gebäude im Innenstadtbereich wurde dazu genutzt, die inzwischen recht ansehnliche Sammlung zu sichten. Historiker ordneten die Exponate nach musealen Gesichtspunkten zu einer Dauerausstellung. Texttafeln zur Geschichte der ehemaligen Provinz Ostpreußen erweitern die Ausstellung im Foyer des Hauses Große Schmiedestraße 5.

 

Das „Patenschaftsmuseum Goldap in Ostpreußen“ wurde im Sommer 1987 eröffnet und dient seitdem auch als Treff- und Anlaufpunkt zu den jährlichen Hauptkreistreffen

 

 

Die inzwischen ca. 1500 Ausstellungsstücke beziehen sich - mit wenigen Ausnahmen - auf das Gebiet des ehemaligen Landkreises Goldap und die Stadt Goldap in Ostpreußen. Es sind in der Hauptsache Dokumente, Fotos und Gegenstände des täglichen Bedarfs (z.B. auf bäuerlichen Hauswebstühlen handgewebte Haushaltswäsche in zum Teil sehr aufwendigen Mustern) und leider nur sehr vereinzelte Archivalien, die im Fluchtgepäck der Vertriebenen um 1944/45 nach Westdeutschland gelangten.

 

Seit 1990/91 wächst die Sammlung ständig, durch Leihgaben und Stiftungen von ehemaligen Goldapern, die ihren Wohnsitz nach der Flucht in den heutigen Neuen Bundesländern gefunden haben.

 

Ergänzt wird die Sammlung durch eine Freihandbücherei von ca. 800 Bänden zum Thema Ostpreußen, eine Reihe von Tonbandaufnahmen (und Kassetten) in ostpreußischer Mundart und Videofilmaufnahmen von Reisen nach Goldap in den vergangenen 20 Jahren.

 

Die drei Ausstellungsräume und ein kleiner angrenzender Archivraum befinden sich in einem Dienstgebäude des Landkreises Stade am Rande der Fußgängerzone der Innenstadt. Der Eingangsbereich des Hauses, das aus dem Anfang des 18. Jahrhundert stammt, wurde als Ausstellungsfläche genutzt. Zahlreiche Texttafeln, historische Karten, Fotografien Gegenstände des täglichen Gebrauchs und Erläuterungen, verdeutlichen systematisch verschiedene Themen der Geschichte der ehemaligen Provinz Ostpreußen und des Kreises Goldap bis in die Jahre 1944/45.

 

Besucher mit speziellen Fragen zum Landkreis Goldap können nach telefonischer Terminabsprache (auch außerhalb der üblichen Dienstzeiten) Einblick in das Archivmaterial erhalten, z.B. in die umfangreiche Sammlung der Veröffentlichungen des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen.

 

Träger des Museums sind der Landkreis Stade und die Kreisgemeinschaft Goldap in Ostpreußen e.V.

 

Das Patenschaftsmuseum befindet sich in der
Großen Schmiedestr. 5 in Stade.

Die Öffnungszeiten des Museums beschränken sich auf die allgemeinen Dienstzeiten des Landkreises Stade, d.h.:

Mo., Di., Do.      9.00 bis 12.00 Uhr

                     14.00 bis 15.30 Uhr

Mi. u. Fr.           9.00 bis 12.00 Uhr

Aus Sicherheitsgründen sind die Museumsräume verschlossen.

 

Über einen Anruf werden dem Besucher jedoch zu den genannten Zeiten die Räume geöffnet. Der Telefonapparat befindet sich im Eingangsbereich des Hauses an der rechten Wandseite.

 

Ansprechpartner für besondere Terminabsprachen:

 

Annelies oder Gerhard Trucewitz  Tel. 0 41 42/ 35 52 
(siehe auch unter Kontakte/Museum)